Seminare → Euro-Afrikanischer Dialog → Zweiter deutsch-ruandischer SchülerInnen-Workshop im April 2015
„Dealing with traumatic pasts – the only way to avoid repetition”

Unter diesem Motto fand im Februar 2014 die prägende deutsch-ruandische SchülerInnen-Begegnung, anlässlich des 20. Jahrestages des Genozids in Ruanda, statt. Im April 2015 folgt nun der ersehnte Gegenbesuch aus Ruanda, zur Aufarbeitung des 70. Jahrestages des Endes des Holocausts.

Nachdem sich im vergangenen Jahr die insgesamt 24 ruandischen und deutschen SchülerInnen in einem 10-tägigen interkulturellen Dialog mit dem ruandischen Genozid auseinandergesetzt hatten, soll nun im Zeitraum vom 02.04.-12.04.2015 die deutsch-jüdische Geschichte und Erinnerungskultur gemeinsam mit den ruandischen SchülerInnen in Mainz, Buchenwald und Berlin aufgearbeitet werden. Die Hauptfragen werden auch diesmal lauten: Was bedeutet Völkermord, wie kommt es dazu, und was kann getan werden, um ihn in Zukunft zu verhindern?

Das vorläufige Programm, das am Osterwochenende beginnt, sieht unter anderem eine Mainzer Stadtführung mit dem Verein für Sozialgeschichte, ein Synagogenbesuch, sowie die Teilnahme am Oster-Gottesdienst im Mainzer Dom vor. Danach werden sich die Teilnehmer auf einen zweitägigen Besuch des KZs in Buchenwald begeben. Hier werden sie unter Anleitung pädagogischer Mitarbeiter der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Kleingruppen Themen wie „Zwangsarbeit“, „Verantwortung der Zivilbevölkerung“ und „Menschenrechte“ bearbeiten. Die verbleibenden vier Tage in Berlin werden für eine thematische Stadtführung, sowie für herausfordernde Seminare im Jüdischen Museum und in der Gedenkstätte des Deutschen Widerstands genutzt werden. Am letzten Tag soll ein ganztägiger Workshop mit der DGVN in der Nelson Mandela-Schule stattfinden. Eine feierliche Abschlussveranstaltung am Ende des letzten Abends wird das Programm abrunden, bevor die deutschen und ruandischen SchülerInnen am 12.April ihre Heimreise antreten werden.

Während des intensiven 10-tägigen Workshops in Ruanda aus dem Jahr 2014, hatten sich die SchülerInnen, unter anderem, gemeinsam auf Exkursionen zur Stadt Nyanza und zum Kigali Genocide Memorial begeben, lokale NGOs und deren Strategien zur Genozid-Prävention und –Aufarbeitung kennengelernt und mit Überlebenden sowie mit dem deutschen Botschafter gesprochen. Hierdurch eröffnete sich den SchülerInnenn ein reiches Spektrum an Innen- sowie Außenperspektiven auf den ruandischen Genozid, seine Ursachen und Folgen. Begleitet wurden die 24 SchülerInnen von zwei deutschen und vier ruandischen Lehrern, jeweils zwei VertreterInnen der deutschen und der ruandischen UNESCO-Kommission, von einer Vertreterin der „Jumelage Rhineland-Palatinate“, einem Vertreter des rheinland-pfälzischen Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, sowie von einer freiwilligen Helferin im Rahmen des „kulturweit“-Programms.